German poem
Die Wachsbilder
by Abraham Gotthelf Kästner (1719–1800)
Mit wächsernen Gerichten, Die unser Aug' ergötzen Und selbst den Gaumen reizen, Seh' ich den Tisch beladen; Mit wächsernen Personen, Die uns zu leben scheinen, Den nur Bewegung fehlet, Seh' ich den Tisch umgeben; Da stehn belebte Schönen, So schön als Wachsgesichter Und sehn die Wachsgesichter; Man würde sie vertauschen, Wenn nicht die Bilder schwiegen, Wenn nicht die Schönen red'ten: Doch könnten manche Schönen Nur wie die Bilder schweigen, So heilte nicht die Zunge, Wen das Gesicht verwundet.