German poem
Ewigkeit
by Achim von Arnim (1781–1831)
O Ewigkeit, o Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeit, Doch eilt zu dir schnell unsre Zeit, Gleich wie das Heerpferd zu dem Streit, Nach Haus der Bot, das Schiff zum Gestad, Der schnelle Pfeil vom Bogen ab.
O Ewigkeit, u.s.w. Gleich wie an einer Kugel rund, Kein Anfang und kein End ist kund; Also, o Ewigkeit an dir, Noch Ein- noch Ausgang finden wir.
O Ewigkeit, u.s.w. Du bist ein Ring unendlich weit, Dein Mittelpunkt heißt Allezeit, Niemahl der weite Umkreiß dein, Weil deiner nie kein End wird seyn.
O Ewigkeit, u.s.w. Hinnehmen könnt ein Vöglein klein, All ganzer Welt Sandkörnlein ein: Wenns nur eins nähm all tausend Jahr, Nach dem wär nichts von ihr fürwahr.
O Ewigkeit, u.s.w. In dir, wenn nur all tausend Jahr Ein Aug vergöß ein kleine Thrän, Würd wachsen Wasser solche Meng, Daß Erd und Himmel wär zu eng.
O Ewigkeit, u.s.w. Den Sand im Meer und Tropfen all, Sind nur ein Bruch der einen Zahl; Allein schwitzt über dir umsonst, Die tiefste Meß- und Rechenkunst.
O Ewigkeit, u.s.w. Hör Mensch: So lange Gott wird seyn, So lang wird seyn der Höllen Pein, So lang wird seyn des Himmels Freud, O lange Freud, o langes Leid!