Versos German Adalbert Schroeter Unterm Lindenbaume

German poem

Unterm Lindenbaume

by (1851–1905)

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Unterm Lindenbaume In dem Haidegrund, Wo am Waldessaume Unser Bette stund, Findet ihr gebrochen beide, Blumen und das Gras der Haide. Süßer Nachtigallensang In das Thal herniederklang. Tandaradei!

Als ich kam gegangen, Hat mich auf der Au Schon mein Freund empfangen. Heil’ge Himmelsfrau – Ew’ges Glück ist mir ersprossen, Als er mich an’s Herz geschlossen; Ob er mir geküßt den Mund? Seht, er ist noch roth zur Stund – Tandaradei!

Und aus bunten Blüten Macht’ ein Bett er da, Woll’ es Gott verhüten, Daß uns einer sah. Lächelnd wird noch heut es finden, Wer vorbei geht bei den Linden; Wo mein Haupt so wonnig lag, Er die rothen Rosen frag. Tandaradei!

Wenn es jemand wüßte, Wie so inniglich Er mich herzt’ und küßte – Ach, ich schämte mich! Doch nur er und ich alleine Wissen, was geschehn am Raine, Und ein kleines Vögelein, Das wird wohl verschwiegen sein – Tandaradei!