German poem
Wenn unsre Herzen aneinander schlagen
by Adolf Friedrich von Schack (1815–1894)
Wenn unsre Herzen aneinander schlagen, Jedwedem Schicksalssturme biet' ich stand; Doch fern von dir befällt mich banges Zagen, Ein Kleinmut, den ich nie gekannt.
Ich denke tieferschreckt: Wenn sie nicht wäre, Wenn auf der Welt verschwunden ihre Spur: Wie trüg' ich nur die grenzenlose Leere, Den großen Riß in der Natur?
Dann ist mir, alles Leben säh' ich siechen; Ein Heerrauch, drin das Grün des Frühlings dorrt, Scheint durch den Himmel tötend hinzukriechen; Angstvoll, dich suchend, stürz' ich fort.
Da bist du, bist du! Und, wie wilde Ranken Den Baum umklammern, fest mit Herz und Geist Umschling' ich dich, Gefühlen und Gedanken; Ist einer, der dich mir entreißt?