German poem
Wieder schreit' ich längs des Stromes
by Adolf Friedrich von Schack (1815–1894)
Wieder schreit' ich längs des Stromes, Wo uns, wenn mit ihr ich ging, Trunken an des Himmelsdomes Abendglanz das Auge hing.
Da bei Glocken-Spätgeläute, Das in milden Melodien Durch das Laub scholl, überstreute Uns mit Blüten der Jasmin;
Und die Abendnebel rauchten Golden aus der Felsenkluft; Zwischen unsre Küsse hauchten Wilde Rosen ihren Duft.
Stumm ist nun der Klang der Glocken, Längst der Blumen Duft verweht, Und des Stromes Wellen stocken, Wo mein Fuß vorübergeht;
Auf zum dunkel-abendroten Himmel blick' ich trauerbang: Denn der Schatten einer Toten Geht mit mir das Thal entlang.