German poem
Osymandias
by Adolf Strodtmann (1829–1879)
Osymandias.
Ein Wandrer kam aus einem alten Land, Und sprach: Ein riesig Trümmerbild von Stein Steht in der Wüste, rumpflos Bein an Bein, Das Haupt daneben, halb verdeckt vom Sand.
Der Züge Trotz belehrt uns: wohl verstand Der Bildner, jenes eitlen Hohnes Schein Zu lesen, der in todten Stoff hinein Geprägt den Stempel seiner ehrnen Hand.
Und auf dem Sockel steht die Schrift: „Mein Name Ist Osymandias, aller Kön’ge König: – Seht meine Werke, Mächt’ge, und erbebt!“
Nichts weiter blieb. Ein Bild von düstrem Grame, Dehnt um die Trümmer endlos, kahl, eintönig Die Wüste sich, die den Koloß begräbt.