German poem
Waldsegen
by Albert Lindner (1831–1888)
Die stillen Sonnenlichter Spielen im Waldesdom; Weit unten im Thale gleißet Von ihrem Gold der Strom. Mit meines Herzens Schlägen Allein, so weit ich späh’! Fernab in der Schlucht nur wiegt sich Lautlosen Flugs die Kräh’.
Ist’s doch, als raunte leise Der Wald mir etwas zu. Sei nur fein still, mein Herze, Vielleicht vernimmst es du. „Ich bin des Ew’gen Priester, Lad’ dich zur Beicht’ herein. Mein Schweigen ist meine Sprache, Will nur verstanden sein.
Ich soll dich freundlich locken, Du armes Menschenherz, Daß still du hier dein Sorgen Abthust und deinen Schmerz. Und willst du’s auch nicht geben, Du trotz’ger Menschensinn, Schenk’ ich dir doch den Frieden, Weil ich der Friede bin.
Gestein und Moos und Welle Wollen zu Diensten sein. Schütt’ hin, schütt’ hin dein Grämen, Die sargen’s treulich ein. Die Blätter läutens’s zu Grabe, Und weiter wird’s nicht kund; Der braucht die Welt nicht weiter, Wer mit dem Wald im Bund.“