Versos German Albert Traeger Gefährliche Rast

German poem

Gefährliche Rast

by (1830–1912)

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„Halte Dein müdes Rößlein an, Trabe vorbei nicht, blanker Reiter, Staubig und durstig Roß und Mann, Rastet und trinkt und dann zieht weiter!“

Schwül ist die Luft, und die Sonne sticht, Und der Reiter schaut mit Behagen In der Dirne rosig Gesicht, Läßt sich den Spruch nicht zweimal sagen.

Tiefer Zug und frischer Trank Labet das Herz und stärkt die Glieder, Unter dem Baum auf schatt’ger Bank Streckt sich gemächlich der Reiter nieder.

Rößlein stehet im Sonnenstrahl, Stechende Mücken es umschwärmen, Ob des geduld’gen Rößleins Qual Muß des Mägdleins Herz sich härmen. Zweige bricht sie vom grünen Ast, Legt sie zur Decke dem Rößlein über, Schweift dabei mit verstohl’ner Hast Mancher Blick zum Reiter hinüber.

Sei nur, Reiter, auf Deiner Hut: Mag dem Rößlein die Decke nützen, Vor so schelmischer Augen Gluth Kann kein Zweig den Reiter beschützen!

Albert Traeger.