Versos German Alfred Friedmann Kaum Einem!

German poem

Kaum Einem!

by (1845–1923)

Listen in the reader

Ein Pflug zerreißt das braune Land, Und Furchen folgen seinem Pfad; Ein Säemann geht zur Zeit der Saat Und streut das Korn mit voller Hand. –

Dann sproßt der gold’ne Weizen auf; Gleichförmig steht der Halm zu Hauf, Wie öder Tage Zahl gereiht.

Doch mitten d’rin blüht eine seltene Blume.

Das macht: Ein fremdes Samenkorn War in der Saat. Und Blatt und Dorn Und selt’ner Blüthenkelch gedeiht.

Die Zeit zerfurcht des Lebens Land – Wir folgen, wählend eig’nen Pfad; Kaum Einem mengt in seine Saat Ein Liebeskorn die Gotteshand.