Versos German Aloys Blumauer An die Schwestern

German poem

An die Schwestern

by (1755–1798)

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Schwestern, laßt euch's nicht verdriessen, Daß uns keine essen sieht; Danken würdet ihr uns müssen, Wüßtet ihr, warum's geschieht.

Solltet ihr das Wunderbare Uns'rer Tafellogen seh'n, O so glaubet mir, die Haare Würden euch zu Berge steh'n.

Drachenzungen, Kröteneier, Faul und stinkend, wie die Pest, Alles, was bei'm Höllenfeuer Satan selber kochen läßt;

Seine feu'rigen Pokale, Und der Schwefel, der d'rin brennt, Wären gegen uns're Mahle Noch ein fürstlich Traktament.

Hört, wir sitzen in der Runde, Essen mit dem Maul – o weh! Was wir käuen, wird zur Stunde Uns im Mund zum – Fricassee.

Wir zerschneiden, was wir finden, Schonen keines Tafelstück's: Ach, und aus der Schüssel schwinden Uns die Speisen Augenblick's.

Selbst die Teller, glaubt's ihr Schönen, Ritzen wir nicht selten wund; Das Gefror'ne wird zu Thränen, Und zergeht uns in dem Mund.

Doch das Schrecklichste aus allen Würde unser Trank euch sein; Denn bei ächten Maurermahlen Trinkt man nichts – als Vier und Wein.

Was uns eingeweihte Zecher Selbst oft Wunder nimmt, ist das: Uns're Flaschen haben Löcher, Doch der Wein rinnt – nur in's Glas.

Was ihr ohne Schrecken sehen Könntet, wäre dies allein, Daß wir euer'm Wohlergehen Immer auch ein Gläschen weih'n.