German poem
O träume, was dein Herz einst mocht' erregen
by Anastasius Grün (1806–1876)
O träume, was dein Herz einst mocht' erregen, Schau' in Ekstasen, was versagt dem Wachen, Besieg' im Traum den alten Sündendrachen; Schütt' aus den edlen Zorn in Wetterschlägen;
Doch sieh auch deines, unsres Zornes Segen: Das Wort, entknechtet, große That entfachen, O sieh des Vaterlands glorreich Erwachen, Den Saatenjubel nach Gewitterregen!
Das schöne Deutschland einig, frei und mächtig; Die Weisheit hält das Buch, das Recht den Degen, Den Hader nur ließ sie in Ketten legen.
O schwelgerisches Wahnbild, stolz und prächtig! Das Fieber nur darf dran die Augen weiden – Weh, der Gesunde muß den Kranken neiden.