German poem
An die Sternen
by Andreas Gryphius (1616–1664)
IHr Lichter / die ich nicht auff Erden satt kan schauen / Ihr Fackeln / die ihr stets das weite Firmament Mit euren Flammen ziert / vnd ohn auffhören brennt; Ihr Blumen / die jhr schmückt deß grossen Himmels Auen: Ihr Wächter / die als Gott die Welt auff-wolte-bauen; Sein Wort die Weißheit selbst mit rechten Namen nennt Die Gott allein recht misst / die Gott allein recht kennt (Wir blinden sterblichen! was wollen wir vns trauen!) Ihr Bürgen meiner Lust / wie manche schöne Nacht Hab ich / in dem ich euch betrachtete gewacht? Regierer unser Zeit / wenn wird es doch geschehen / Daß ich / der euer nicht alhier vergessen kan / Euch / derer Liebe mir steckt Hertz und Geister an Von andern Sorgen frey werd unter mir besehen?