German poem
An Gott den Heiligen Geist
by Andreas Gryphius (1616–1664)
BIßher habe ich die alte kalte Welt / Bißher hab ich die Eitelkeit geliebet: Bißher hat mich der harte Sturm betrübet. Mich / der ich falschem Gutte nachgestellt. Kom reiner Geist / entzünde meine Kält! Zureiß das Band / das meine Seel’ vmbgiebet Vergib / was ich für Missethat verübet / Vnd tröste / wenn mein Hertz in Schmertz verfällt! O Helles Licht / erleuchte meine Nacht! Die Nacht voll Angst / voll Wehmut / Ach vnd Zagen; Erquicke mich eh’ als mein Geist verschmacht. O wahre Lust wie daß ich traurig bin? Weil du nicht hier / muß ich so hefftig klagen. Dein beysein nimm’t all’ Angst vnd Trauren hin.