German poem
Danck sey dir von Hertzen
by Andreas Gryphius (1616–1664)
Danck sey dir von Hertzen/ Daß für Noth und Schmertzen Du mich hast bewahrt! Daß der Höllen Stärcke Nicht nach meinem Wercke Mit mir hat gebahrt.
Jesu daß ihr Stellen/ Mich nicht können fällen/ Das schaffst einig du! Unter deinen Armen Leg' auf dein Erbarmen Ich mich jetzt zur Ruh.
Ob sich Satan reget/ Und uns Stricke leget/ Bey der finstern Nacht Wird er deine Lieben/ Dennoch nicht betrüben Weil dein Auge wacht.
Schau wie tobt der Drache! Führe deine Wache/ JESU um mein Hauß. Wann es Gifft herschneiet: Wann er Feur ausspeiet; Lesch' es selber aus.
Daß uns nicht ereile Mit geschwindem Pfeile Ein noch schneller Tod/ Daß die/ die voll Trauen/ JESU/ auf dich bauen/ Dämpffe keine Noth.
Weil auch meine Sünden Deinen Zorn entzünden/ Ey so bitt' ich dich; Eile nicht zu rächen/ Groß ist mein Verbrechen/ JESU rette mich!
Laß mit deinen Schaafen Mich ohn Unheil schlaffen Du getreuer Hirt/ Hilff die Thüren schliessen/ Bey den Finsternüssen/ Sey du selber Wirth.
Daß ich mit dem Morgen Frey von allen Sorgen Deine Treu erheb'. Biß in deinem Frieden Ich von hier geschieden/ Und dort ewig leb'.
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