German poem
Der Welt Wollust
by Andreas Gryphius (1616–1664)
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WO Lust ist / da ist Angst; wo Freud’ ist / da sind klagen. Wer schöne Rosen siht / siht Dornen nur dabey; Kein Stand / kein Ort / kein Mensch ist seines Creutzes frey. Wer lacht; fühlt wenn er lacht im Hertzen tausend Plagen. Wer hoch in Ehren sitzt / muß hohe Sorgen tragen. Wer ist / der Reichthumb acht’ / vnd loß von Kummer sey / Wo Armut ist; ist Noth. Wer kennt wie mancherley Traurwürmer vns die Seel vnd matte Sinnen nagen? Ich red’ es offenbahr / so lang als Titans Licht Vom Himmel ab bestralt / mein bleiches Angesicht Ist mir noch nie ein Tag / der gantz ohn Angst / bescheret; O Welt du Threnen Thal! recht selig wird geschätzt; Der eh er einen Fuß / hin auff die Erden setzt / Bald auß der Mutter Schoß ins Himmels Lusthaus fähret.
Also available with a spoken translation into English in the reader.