German poem
Ebenbild unsers Lebens
by Andreas Gryphius (1616–1664)
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DEr Mensch das Spiel der Zeit / spielt weil er alhie lebt. Im Schau-Platz dieser Welt; er sitzt / vnd doch nicht feste. Der steigt vnd jener fällt / der suchet die Paläste / Vnd der ein schlechtes Dach / der herrscht vnd jener webt. Was gestern war ist hin / was itzt das Glück erhebt; Wird morgen vntergehn / die vorhin grüne Aeste Sind numehr dürr vnd todt / wir armen sind nur Gäste Ob den ein scharffes Schwerdt an zarter Seide schwebt. Wir sind zwar gleich am Fleisch / doch nicht von gleichem Stande Der trägt ein Purpur-Kleid / vnd jener gräbt im Sande / Biß nach entraubtem Schmuck / der Tod vns gleiche macht. Spilt denn diß ernste Spiel: weil es die Zeit noch leidet / Vnd lernt: daß wenn man von Pancket deß Lebens scheidet: Kron / Weißheit / Stärck vnd Gut / sey ein geborgter Pracht.
Also available with a spoken translation into English in the reader.