German poem
Vber deß Herrn Gefängnüß
by Andreas Gryphius (1616–1664)
WIe in dem Garten sind dem Teufel eingegangen In seine Jägergarn’ vnd harter Ketten Macht / Die ihre Missethat erbeigen auff vns bracht; So wird die Vnschuld selbst im Garten auffgefangen. Die Freyheit fällt in Strick / durch List der grimmen Schlangen. Die Hand / durch welcher Krafft / das Werck der Welt erkracht / Der hellen Gottheit Glantz wird in der schwartzen Nacht In Fessell eingelegt vns Freyheit zu erlangen. Der König wird ein Knecht / der tollen Knechte Schaar Schlegt auff den Erben zu. Er gibt sich selber dar / Damit er was nicht frey / auß Band’ vnd Kärcker reisse. Hilff! der du durch den Dienst das Dinsthaus vmbgekehrt / Der du gebunden auch dem Starcken hast gewehrt: Daß ich von Sünden frey / mich deines Dinst’s befleisse.