Versos German Anna Ritter Abendstunde

German poem

Abendstunde

by (1865–1921)

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Aus dem Tannenwald am Berge Tritt die Nacht im sammt’nen Kleid, Rafft es auf mit güldnen Spangen, Kosend schmiegt um Stirn und Wangen Sich ein blitzendes Geschmeid.

Rieselnd trägt sie ihre Schleppe Ueber Blätter, Moos und Stein, Breitet segnend ihre Hände Auf das dämmernde Gelände: „Träume nun und schlummre ein!“ –

Feierlich hebt eine Glocke Tief im Thal zu läuten an… Selig, wer zu dieser Stunde Noch mit schuldlos reinem Munde Um den Schlummer beten kann.