Versos German August Wilhelm Schlegel Cleopatra von Guido Reni

German poem

Cleopatra von Guido Reni

by (1767–1845)

Listen in the reader

Wie schlank ihr Leib im Schlummer hingegoßen Auf Flaum sich wiegt, von keiner Hüll' umfangen! So goldnes Haar ist auf so schöne Wangen, So zarten Hals, noch nie herabgefloßen.

Doch Todesnacht hat schon ihr Aug' umschloßen, Den Lippen ist der kühne Geist entgangen; Sie selber gab den Stichen wilder Schlangen Die Lilienblüthen, die am Busen sproßen.

Oft hat ja Liebe Götter umgestaltet: O Heldin, hätt' auch dich ein Gott berücket, Beneidend deinen Reiz dem Land der Todten!

Hielt jener nicht, der mit dem Donner waltet, Als Schlang' Olympien brünstiglich umstricket? Du hättest ihm der Freuden mehr geboten.