German poem
Auff seine hohe Excellentz
by Benjamin Neukirch (1665–1729)
Pariß hat dazumahl wohl unser stern regiert/ Als seine ritter-schul/ die von den vater-stralen Des grossen Richelieu noch ihre würde führt/ Dem klugen Cardinal ließ einen garten mahlen/ Auff dem die sonne war mit dieser schrifft zu sehn: Wenn du mich nur bestrahlst/ so bin ich allen schön.
Denn dieses eben ist das bildniß unsrer jugend/ Die/ grosser Güldenlew/ dich voller lust empfängt. Der garten ist ihr hertz/ die sonne deine tugend/ Nach der sie wie ein blat sich nach dem winde lenckt; Und billich: weilen Gott das grosse licht der erden/ Dich unser könig hieß zu unsrer sonne werden.
Was dort Armandus war/ bist du in Dennemarck/ Er ist des fürsten arm/ du seine krafft gewesen. Dich überzeugt die that/ und jenen noch der sarg/ Daß man von beyder geist wird gleiche schrifften lesen: Wo anders dieses nur nicht eine scheidung macht/ Daß er mehr böses hat/ und du mehr guts erdacht.
Versichert/ die natur hat alle kunst vollzogen/ Als ihre krafft in dir die funcken ausgestreut: Denn weder Phöbus glut am blauen himmels-bogen/ Noch auch das sonnen-licht der staats-erfahrenheit/ Könt uns auff dieser welt ein grösser feuer zeigen/ Als da sie beyderseits biß in den Löwen steigen.
Ach so bestrahle denn/ wie du vorhin gethan/ Bey deiner wiederkunfft die blumen deiner knechte! Gott aber der sich nicht vom lichte scheiden kan/ Der wache ferner auch für dein erlaucht geschlechte/ Und lasse dein gelück/ so wie der sonne schein/ In seinem lauffe gleich/ im wesen ewig seyn!
Diß saget unser hertz/ was aber nicht der Norden/ Wo sich dein hoher ruhm auff allen lippen zeigt? Weil ihm der feinde blut durch dich zu rosen worden/ Und süsse frucht gebiehrt. Doch meine feder schweigt. Denn helden muß man nichts von schul-gemeinen dingen/ Und einem Güldenlew nur güldne reime bringen.