German poem
An Erika Lie
by Bjørnstjerne Bjørnson (1832–1910)
Wer in Töne bände Nordische Gelände, Zeigte nicht nur rauhe Bergeswände, Nein, auch ebne Auen, Die gen Morgengrauen Glitzerperlen frisch betauen.
Wälder, traumumflogen, Die in schweren Bogen Wie ein Meer das Glommental durchwogen,-- Lieblich grüne Weiten, Die von allen Seiten Leicht und licht zusammengleiten.
All den feinen, klaren Reiz uns offenbaren --Nordlands sonnbeglänzte Vogelscharen. Und die Purpurspende Ferner Nordlichtbrände-- Sieh, das müssen Mädchenhände.
Deine Hände schlagen Töne an und jagen Bilder auf aus langentschwundnen Tagen, Die in Sehnsuchtstiefen Unsrer Dichtkunst schliefen, Bis dann deine Hände wach sie riefen.
Bald in leichten Ringen Sehn wir blinkend schwingen Funken, die aus Vaters Frohsinn springen; Bald erhabnes Schauern, Heiliges Bedauern Aus der Mutter Wehmutsauge trauern.
Kinderseele, klinge Reingestimmt und dringe Gläubig durch das Sein und alle Dinge, Rein wie Melodien, Festsaalharmonien Dich, du Kind des Glommentals, umziehen.