German poem
Johan Ludvig Heiberg
by Bjørnstjerne Bjørnson (1832–1910)
(1860)
Nun geleiten sie zum Grabe Ihn, den alten, muntren Gärtner; Nun gehn Kinder mit der Gabe, Die sein eigen Beet ihm zog.
Nun steht jener Garten offen, Drin er unterm Baum gesessen; Nun sucht unser Blick betroffen, Ob er dort nicht fürder sitzt.
Leer der Platz. Im schwarzen Kleide Wandelt eine Frau jetzt einsam Dort umher in stillem Leide, Wo sein helles Lachen klang.
Die als Kind erstaunt, voll Sehnen Durch das Gitter draußen blickte, Dankt mit großen, schweren Tränen Nun, daß ihr der Einlaß ward:
Märchen-, Saga-, Geistesflammen Rauschten um ihn her im Laube; Leise schwebt sie, sucht zusammen Jeden Funken für ihr Weh.
Einstmals drang er fern zur Weite, Dieser alte Herr, der muntre; Wer gelauscht an seiner Seite, Hat so manches wohl gelernt.
Denn ihn führten Leben, Schriften Auf zu dem, was wenige schauen; Kaum ein Platz in Geistestriften, Der nicht seine Spuren weist.
Schutz war er in Mannesjahren Allem Großen, allem Schönen, Und den stillen Sternenscharen Folgt' er dann im Gang zu Gott.
Denkt ihr noch, die alt nun worden, Wie die "Neujahrs"-Glocken dröhnten? Wie sie Kämpfer rings im Norden Sammelten der großen Zeit?
Denkt ihr noch an ihn, der sprengte Frisch voraus mit hellem Hornruf Und das Niedre abseits drängte, Daß dem Großen frei die Bahn?
Kinder, Faunen als Begleiter,-- Lachen, Geistesspiel und Tränen,-- Hinter ihm der Freiheit Scheiter, Langsam aus sich selbst entflammt.
Worten kam der Ruhe Segen, Tönen kam der Herzensfrieden; Mächtig fuhr es allerwegen Durch das Land wie Ahnungschor.
Schutz war er in Mannesjahren Allem Großen, allem Schönen, Und den stillen Sternenscharen Folgt' er dann im Gang zu Gott,
Oder ging in Nordens Garten, Wie ein alter, muntrer Gärtner, Saat der Ewigkeit zu warten, Die des Volkes Lenz ihm gab.
Bald voll Ernst und bald voll Laune, Pflanzte er und rückte höher,-- Saß dann abends, wo die braune Buche gab der Seele Licht.
Nun steht jener Garten offen, Drin er unterm Baum gesessen, Nun sucht unser Blick betroffen, Ob er dort nicht fürder sitzt.