German poem
Von der Maus und dem Weihen
by Burkard Waldis (1490–1556)
Es war ein weih im strick gefangen, Drin het er bleiben můst behangen; Dasselbig jamert ser die maus, Zerbiß den strick und half im draus, Daß er kunt fliehen und sich regen. Da lont er, wie die weihen pflegen: Mit scharpfen klauen tet ers drücken, Zerriß, zerbiß zu kleinen stücken. Ein böses herz tut nicht verschonen, All gut mit bösem tut verlonen; Das sei gesagt eim jeden christen: Denk nur nit, daß man in werd fristen. Hans doch den Christum ausgestoßen; Also muß gen all sein genoßen. Das sein die gschenk und köstlich gaben, Die wir für unser woltat haben; Wir aber warten andern lon, Da wißen jene gar nichts von, Welchs uns verheißen ist im himel: Da werden sie zum fußschemel.