Versos German Carl Jacob Ludwig Iken Romaisches Liebeslied

German poem

Romaisches Liebeslied

by (1789–1841)

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Ach niemals war die Liebe doch Ganz ohne Schmerz und Zweifel noch, Der stets mein Herz so seufzen macht, Wenn dunkel stürmen Tag und Nacht.

Bei keinem Freunde, der mich höre, Verschmacht’ ich unter dieser Schwere, Das Liebe Pfeil’ hat, wußt’ ich früh, Ach, auch vergiftet fühl’ ich sie.

Ihr freien Vögel, flieht das Netz, Daß Lieb’ um eure Nester setzt, Sonst wird, von ihrer Gluth getrieben, Sich euer Herz und Hoffnung trüben.

Ein Vogel war ich, weit und breit, Flog ich schon oft zur Frühlingszeit, Doch ach, gefangen in der Schlinge Schlag’ ich noch flatternd meine Schwinge.

Wer hoffnungslos, wer niemals liebte, Fühlt nicht, noch kennt er, was mich trübte, Die kalten Blicke überqueer’ Des Zornes Blitz vom Liebchen her.

Im schönen Traum glaubt’ ich dich mein, Nun sterb’ ich und der Hoffnung Schein, Wie schmelzend Wachs, wie welke Blüthen, Fühl’ ich mein Leid und dein Gebieten. Mein Lebenslicht, o sprich, warum Den zorn’gen Blick, den Mund so stumm? Mein Liebesvogel, mein Gespiele, Kannst du mich hassen, wenn ich fühle?

Mein Aug’ wie Winterströme strömt, Wer tauscht mit mir? kein armer kömmt! Mein Vogel, komm, Ein Laut von dir Belebt schon deinen Freund in mir.

Mein schaudernd Blut, mein wüstes Hirn, – Ich martre mich noch schweigend gern, Den kleinsten Schmerz, du fühlst ihn nicht, Es hüpft dein Herz, wenn – meines bricht.

Reich mir das Gift, sei nur nicht bange, Du mordest Einmal, doch nicht lange, Mein Leben lebt’ ich zu verfluchen, Und liebe, langsam Mord zu suchen.

Mein blutend Herz, mein Busen, lullt Dich noch zur Ruhe die Geduld? Nein, allzuspät seh’ ich es ein, Lust muß des Leidens Bote seyn. Dr. E. Iken.