German poem
Sobald ein anderer was gemacht
by Cäsar Flaischlen (1864–1920)
Sobald ein anderer was gemacht, ist's gut und schön und klug bedacht, man nimmt's, wie's ist, und freut sich dran: wieder einer, der was kann!
Doch wenn du selber damit kämest, begänn ein Wackeln mit den Zöpfen, ein Schütteln mit den weisen Köpfen: die Sache sei viel zu verzwickt und dies und das vorbeigeglückt! man hätte zu viel dabei zu denken! man wolle Erholung, nicht Quälerein! das Leben sei ohnehin ernst genug! Kurzum: man müsse leichter sein!
Und glückte was mit leichterer Feder ... weiß Gott, so kämen sie erst recht: so was könn heutzutage jeder! mit solchen billigen Spielerein erwürbe man sich kaum viel Gunst! mehr-können müsse, wer da wolle, daß man ihn höher werten solle! hart sei das Leben, hart sei auch die Kunst!