German poem
Auf das neue widerwärtige Glück
by Catharina Regina von Greiffenberg
Wilstu mir / O Glück / aufs neue widersetzen? der Anfang ist schon recht / auf alte Feindsal-Weiß. denkst zu besiegen mich? es ist umsonst dein Fleiß. die Tugend läst sich / auch gedrucket / nicht verletzen! Wann deiner qualen Heer die Degen auf sie wetzen / wann du mich schon umgiebst mit engem Aengsten-Kreiß: will Tugend-tapffer ich erhalten doch den Preiß. Ein schwer-erlangter Sieg kan doppelt-hoch ergetzen. Vergieß' ich weises Blut; die Thränen trennen nicht vom Tugend-Rennen ab / sie seynd vielmehr die Sporen / dadurch ein traurigs Aug das Helden-Herz ansticht. Sie werden zu Entsatz der Herzen-Bürd / gebohren / das so entlastet dann viel mehr mit Ehr verricht. Bekriegst mich auf das neu / so hast aufs neu verlohren.
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