German poem
Auf die Allerheiligste Tauff Christi
by Catharina Regina von Greiffenberg
Wird dann der Lebens-Brunn selbselbsten hier getaufft? das Geistgeölte Haupt mit Wasser man begiesset: von ihm der Heiles-Strom in alle Glieder fliesset / von Lieb' und Gnaden voll / ja gänzlich überlaufft. Mehr als Welt-wehrte Schätz man ohne Geld hier kaufft. Das saure Sünden-Meer der Gnaden-Safft durchsüsset. Den Zucker / Freud-verzuckt / man in der Gall geniesset. Die Glaubens-schwere schwimmt / die leichte Sünd ersaufft. Du Welt-und Himmel-Held / recht grosser Alexander! du setzst den Fuß in Fluß / vor deinem Heer hinein: wann wären tausend Welt / nach oder mit einander / sie wurden deinem Sieg und Gier zu wenig seyn: du hättest Meer voll Blut und Himmel voller Gnaden: wiewol ein Tropf ist gnug / sie Sünden-rein zu baden.
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