German poem
Auf die tröstliche Gedanken - von der Göttlichen Güte
by Catharina Regina von Greiffenberg
Ihr liebe Gedanken! ihr bleibet ohn wanken / begleitend in Feldern / ergetzend in Wäldern / mein einiger Hort / an jeglichem Wort.
Ihr süsse Gespielen nach wunschbaren Willen! ihr Gottes-Gesandte! ihr Engel verwandte! wie tröstet ihr mich / so herzinniglich!
Ihr Himmels Holdinnen Rubinen der Sinnen! der Herzen ihr Kerzen / das Scherzen und Herzen des Friedens / und Sieg nach grausamen Krieg.
Im wachen und schlaffen / bey Büchern bey Schaafen / bey Hirten / Hirtinnen / bey Flüssen / bey Brünnen / ja / wo ich kan seyn / da fallt ihr mir ein
Ihr spielet / ihr mahlet / ihr lächlet / ihr strahlet / ihr schreibet und hauet / viel Vestungen bauet und Städt / in die Lufft und Herzengrund-Klufft.
So bleibet nun blitzend und Freuden erhitzend / in meinem Gemüte; biß euere Blüte / und fleissige Zucht bringt würkliche Frucht.
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