German poem
Auf meine - unabläßliche Hoffnung
by Catharina Regina von Greiffenberg
Ich stehe Felsen- fest in meinem hohen hoffen. Die wellen prellen ab / an meinem steinern Haubt. So ist dem Meere-Heer / zu stürmen nicht erlaubt. ihm schadt es nicht / ob schon die unglück Ström es troffen. sind manche Glückes Schiff auch neben bey geloffen: den rechten / keine Noht / den freuden Anfurt raubt; das / was sonst keinem ist / ist müglich dem / der glaubt. die innerst Gottes Krafft steht seiner Würkung offen. die ganze Menschlichkeit / (nur Christus ausgeschlossen) nichts ungeendtes kan / als mit des Glaubenskrafft / begreiffen; nur durch ihn / wird Göttliches genossen. Er saugt aus Gottes Herz der Gnaden süssen Safft: gefolgt doch' ziehend nicht / weil er ganz überflossen. der Glaub kommt nie zu hoch in sein lieb-Eigenschafft.
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