German poem
Die Unüberwindliche-beherzte Standhafftigkeit
by Catharina Regina von Greiffenberg
Grosmütigkeit pflegt stäts was grosses zu verlangen / wie Jason / der sich auf dem Meer zu fahren wagt / und auch das güldne Fell durch Müh und Fleiß erjagt. Es ist der Tugend Art / was grosses unterfangen. Kan man nicht allezeit mit Sieg-erwerben prangen: So ist es Sieg genug' / da Glück und Sieg versagt / doch bleiben gleichbeherzt / in beeden unverzagt. mit Glück-Verachtung wird offt grosser Sieg begangen. Schadt nicht / wann ich schon auch / wie jener / sechsmal käm / und nichts von meinem Sieg' und dessen Freud vernähm'! diß ist der gröste Muht / den keine Schwerheit schrecket / der vor Vnmüglichkeit selbst seine Gränzen stecket / läst / zehenmal zu rück getrieben / doch nicht ab / behält in allem Streit den Vorsatz biß ins Grab.
More by Catharina Regina von Greiffenberg
- Der Herr kennet den Weg der Gerechten
- Deßen Danksgedanken - bey unverhoffter Entsetzung
- Die [...] unbeschreibliche Süssigkeit der Güte Gottes
- Die Dienst-anbietende Tugend
- Die verfolgte Tugend
- Die verharrende Hoffnung
- Die wider erholete Schwermütigkeit
- Dove non arrivano le forze bisogno che sopplisce l'acutezza del' ingegno