German poem
Endschallende Reimen
by Catharina Regina von Greiffenberg
Ob Vnmüglichkeit sich mir widersetzt / und die blasse Furcht stündlich mich verletzt / will ich doch auf Gott mein Vertrauen richten: richten / dichten / pflichten.
Hab' ich doch wol eh meine Krafft erzeigt / und die Sonne selbst / wie ich wolt / geneigt! zwar nicht ich / nur der / der mir Kräfften giebet / giebet / übet / liebet.
Hoffe / schwaches Kind! laß Verweilung nicht dich verhindern hier. was der Höchste spricht / muß und wird gewiß mit der Zeit geschehen / stehen / gehen / sehen.
Ich / der Tugend-Held / kriege meine Krafft aus des wunderbars Geist und Wunden-Safft. Ja ich bin die Hand / die sein Herz recht rühret / rühret / führet / spüret.
Fahrt / Verlangen / fahrt / seyd der Monden-Schein: daß ihr werd erfüllt / will ich Sonne seyn. Doch müst ihr nach mir eure Scheiben lenden / lenden / senden / wenden.