German poem
Flut und Flammen Sind beysammen
by Catharina Regina von Greiffenberg
ohne|thumb|300px|Flut und Flammen Sind beysammen.
Erklärung des Kupffer-Titels.
JEsus / der der Port und Hafen alles Heil und Segens ist / Der in sich all Heiles-Quellen / und all Hertzens-Strahl beschleust / Der in der Verduncklungs-Nacht Seiner Majestät auf Erden / Wollt / als GOTT die selbste Lieb / unser Heil-Gesund-Bronn werden / Hier durch hundert Hülffe-Röhren sprengt und spritzt Gesundheit aus / Auf den Wegen Straß- und Gassen / in dem Tempel und zu Haus. Zu dem Heiles-Wasserwerck füget Er die Geistes-Flammen / Seiner feur’gen GOttes-Lehr / Wunder! Fluth und Flamm beysammen / Diese steigen / schwärmen / blitzen / knall- und strahlen Himmel-an / Daß man Feur- und Wasser-Kunst Heil vereinigt sehen kan. Sein Mund war der Heiles-Bronn / welches alle Leuth erfahren / Die zu Seiner Zeit gelebt und in selben Ländern waren.
Ja Sein gantzer Leib der Kasten / den er aufzusetzen pflegt / Millionen Heil-Figuren / nachdem Ihm ihr Noth erregt / Daß er spring- und fliessen soll hoch und nieder / schnell und sachte / Allen Er zum Doppel-Heil Sich gefällig giessen machte / Da ein Regen / dort ein Springsal / hie ein Spiegel / da ein Ring / Dort ein Säul / auf der ihr Wohlfahrt als ein goldnes Laub-werck hieng. War ein Allheit-Wunder-Springwerk / auch ein Geistes Feur Werck-Kunst / In den Weißheit-Predig-Worten / voller Geist- und GOttes-Brunst / Sehet also wunder-voll diese GOttes-Fluth und Flammen In den schönen JEsus-Leben Seiner Werk und Lehr beysammen.