German poem
An Lucia
by Christian Friedrich Daniel Schubart (1739–1791)
Ein Maienkäferlein Mit bräunlichrothen Flügelein Schwamm in Frühlingsluft Und sumst' im Blüthenduft. Da kam ein graulicher Spatz Und pickte das arme Käferlein Siegschreiend zu Tode. Lucia, so webtest du einmal In des Frühlings Wollüsten; Und Kirschenblüthe tanzt' Auf deinen wallenden Brüsten; Aber dein Räuber Cleon Raubte dir die Unschuld: Hohnlachend spottet er deiner, Die Maienblümlein hangen verwelkt An deinem Busen, Den heiße Seufzer heben, Und ach! der Frühling ist nun für dich Auf ewig! (stirb nur, Lucia!) Todt! – todt! – todt!