German poem
Als ein wehrter und wohl-versuchter Freund Doctor Medicinæ ward
by Christian Friedrich Hunold (1680–1721)
Wenn/ Hochgeschätzter Freund/ dich nun die Würde schmückt/ Die muntre Musen krönt/ gelehrte Köpfe zieret/ Wenn man den Doctor-Hut auf deine Scheitel drückt/ Und dein verdienter Preiß der Freunde Hertzen rühret:
So glaube daß ich auch mit Wahrheit freudig sey/ So redlich/ wenn ich dir zu deinem Ruhm was schreibe/ Als wie du selber bist/ und daß die Schmeicheley/ Die sonst hierbey gemein/ mich keines weges treibe.
Dein Wesen/ welches mir wie andern wohlgefällt/ Die kluge Höflichkeit/ dein unverfälscht Gemüthe/ Das aus der Stirne spielt/ empfehlen dich der Welt/ Und die Gelehrsamkeit ist auch von gleicher Güte.
Von diesem Saal-Athen, dem Kleinod dieser Zeit/ Da du den Grund gelegt/ drauf Glück und Ehre bauen/ Begabst du dich ins Feld/ alwo die Tapferkeit Bey ihren Thaten dir ließ viel Erfahrung schauen.
Die Helden unsers Reichs bezeigten ihren Muth/ Du aber deine Kunst/ wenn sie den Feind geschlagen. Denn billig sorget man vor so höchst schätzbar Blut/ Und solche Musen kan Mars allzu wohl vertragen.
Fridriciana nimt dich heute wieder auf/ Und reicht der Ehre Lohn/ der dir vorlängst gegrünet/ Denn deine Wissenschafft/ dein wohl erfahrner Lauf/ Hat einen Doctor-Hut und noch was mehr verdienet.
Ich wünsche Glück darzu; und dieses noch dabey/ Daß/ wirst du dich ins Feld nun wiederum begeben/ Mars vor das teutsche Reich gesund und glücklich sey/ Daß deine Cur sein Heil/ sein Heil dir sey das Leben.
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