German poem
Auff den Durchl. Printzen Eugenium
by Christian Friedrich Hunold (1680–1721)
Zu Hülfe/ Pegasus, weil mir ein Pferd gebricht/ Ich folg in dieser Noth Eugenio sonst nicht.
Ihm folgen? sage wie/ darzu bin ich zu schlecht/ So wenig als dein klein und großes Pferd gerecht.
Du folgtest ja vor dem in Krieges Ungemach Und schnellen Sieges-Lauff stets dem Achilles nach.
Sein Sieg must' eine Stadt in zehen Jahren seyn/ Eugenius nimt viel in wenig Wochen ein.
Wenn Cæsar, da er Schläg und Palmen ausgetheilt/ Kam/ sah' und überwand/ hast du ihn nicht ereilt?
Ihn band Cleopatra und ihre Schönheits Pracht; Mein Printz besieget sich und auch der Schönheit Macht.
Wenn kaum der Blitz so schnell wie Alexander schlug/ Wie eiltest du ihm nach/ und flohest starck genug.
Ja/ den verlohr ich oft/ der wie die Sonne lief; Allein ich traff ihn an/ wenn er von Weine schlief.
Dir konte Ludewig der Große nicht entgehn/ Als man ihn überall sah' im Triumphe stehn.
Ich traf ihn/ wenn sein Volck was herrliches gethan/ Nicht selten voller Glut in Liebes-Armen an.
Nichts folgt Eugenio, nichts fesselt diesen Held/ Kein Schmertzen hält ihn auf/ kein schöner Tag der Welt/ Kein Donner/ Hagel/ Blitz/ kein süsses Ruh-Gericht/ Kein Schnee/ kein hartes Eiß/ kein Liebes-Feuer nicht.