German poem
Uber das öftere und ungescheute Lachen
by Christian Friedrich Hunold (1680–1721)
So unvernünftig wird ein Narr zum öftern Lachen/ Um seinen weißen Zahn dadurch bekandt zumachen/ Daß wenn ein Dieb den Halß dem Hencker bent/ Er gleich darzu aus voller Kehle schreyt. Und wenn ein Redner so geschickt/ Das Volck zum Weinen zu bewegen/ Wird sich ein Feuer wo erregen/ Dadurch ein eintzger Sohn erstickt/ Und dieser Schmertzen will die Mutter sterbend machen: So wird er sich doch fast zu tode lachen. Ja/ sonder Ursach/ Ort und Zeit/ So denckt er/ die Vollkommenheit/ Davon er längst sein Handwerck hat gemacht/ Besteh' in dem/ wenn er vollkommen lacht.
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