German poem
Das Heupferd, oder der Grashüpfer
by Christian Fürchtegott Gellert (1715–1769)
Ein Wagen Heu, den Veltens Hand Zu hoch gebäumt, und schlecht bespannt, Konnt endlich von den matten Pferden Nicht weiter fortgezogen werden. Des Fuhrmanns Macht- und Sittenspruch, Ein zehnmals wiederholter Fluch, War eben, wie der Peitsche Schlagen, Zu schwach bei diesem schweren Wagen.
Ein Heupferd, das bei der Gefahr Zuoberst auf dem Wiesbaum war, Sprang drauf herab, und sprach mit Lachen: "Ich wills dem Viehe leichter machen."
Drauf ward der Wagen fortgerückt. "Ei", rief das Heupferd ganz entzückt, "Du, Fuhrmann, wirst an mich gedenken; Fahr fort! den Dank will ich dir schenken."