German poem
Ein Mädgen und ein Orgel-Werck
by Christian Heinrich Postel (1658–1705)
Aria 1.
Ein Mädgen und ein Orgel-Werck / Nachdem ichs mit Verstand bemerck / Die gleichen sich in vielen. Denn beyde muß man mit bedacht / Wie schon von Alters hergebracht / Befingern und bespielen.
2,
Ein glat Clavir von Helffenbein / Daß muß bey allen beyden seyn, Ein gut Pedal imgleichen. Die Wind-Lad’ ist der Grund zum Spiel / Dazu ein wohl versehn Ventil, Dadurch kein Wind kan streichen.
3.
Von Pfeiffen gibt es mancherley: Mixtur, Posaun / Gedackt / Schalmey / Mit Flöten und mit Schnarren. Die eine klingt nur wenn man wil / Die andre brummt ohn Maß und Ziel / Und machen beyde Narren.
4.
Das Heulen / Gut und bösen Wind / Mi contra fa, die falsche Quint, Register / Klappen / Thüren / Und was nach beydem Handwerck schmeckt / Wo Vorwitz sonst die Nas hinsteckt / Die mag ich nicht studieren.