Versos German Christian Morgenstern Das Auge Gottes

German poem

Das Auge Gottes

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Einst träumte mir das Auge Gottes, und Grausen überfiel mich. Entschürzt, entzaubert lag die Welt vor ihm, entwirrt, entblößt, bis in den letzten Winkel entheimlicht, nüchtern, reiz- und rätsellos. Nichts log ihm mehr. Der ahnungsvolle Rauch, den wir in Qual und Wonne Leben nennen, zerflatterte vor ihm, ward kalte Klarheit, Durchsichtigkeit, notwendige Verknüpfung. Die Blitz' und Donner der Gefühl' und Triebe, des Unbewußten herrlich jäher Sturm – Verhältnisse von Zahlen. Und mich fror. Graunvolle Ahnung grenzenloser Öde befiel mich. Und ich wünschte mir den Tod.