German poem
Sonnett
by Christian zu Stolberg-Stolberg (1748–1821)
Wenn einst der Becher jener Strom-Najade Des Rückblicks eitlen Sehnsuchtsdurst mir stillt, Wenn mir Vergessenheit die bunten Pfade Der Lebenswandrung nun in Nebel hüllt;
Verschwinde dann, am seligen Gestade, Dort wo der ernsten Wage Loth nur gilt, Du tanzender Phantomen Myriade, Verflogner, leerer Stunden Dunstgebild.
Doch eh' die Lipp' ich netze: Gnade, Gnade! Fleh' ich, o Nymph'. Erbarmend blick' und mild' Auf diese Zähre, die mir wünschend quillt:
Verschone du mit deinem strengen Bade Ein Heiligthum in meiner Kleinods-Lade, Ein Täflein, das Amalia's Nam' erfüllt.