German poem
La Sirena
by Clara Müller-Jahnke (1860–1905)
Olivenbäume am grauen Meer . . . aus silberschimmernden Schatten her grüßt, von des scheidenden Tages Glut rosengekrönt, ein Traum der Flut: Capri.
Aus den Grotten tönt verwehter Klang, der schlummernden Brandung Nachtgesang. Wie ein Schatten schwimmt lautlos und weich unsre Barke durch das Klippenreich von Capri.
Meine Lippen liegen auf deinem Mund . . . Still du! – wir gleiten auf falschem Grund. Sirenen lauern im Mondenschein, und die Toten schlafen in leuchtenden Reihn um Capri.