German poem
Nachtwandlerin
by Clara Müller-Jahnke (1860–1905)
Ahnungslos an Abgrunds Rande wandelst du, vom Tod umhegt – welche Gottheit hat die Binde deinen Augen umgelegt?
Ströme brausen dir zu Füßen, doch dein Herz erzittert nicht, – bleich erglänzt im Mondenstrahle dein verklärtes Angesicht.