German poem
Reife
by Conrad Ferdinand Meyer (1825–1898)
Es wendet sich das Jahr, die Welle raucht, Mein Eiland ist in Morgenduft getaucht. Vor mir in herbstlicher Verschleierung Bewegt sich einer Barke Ruderschwung.
Herüber glänzt durch schwankes Nebelspiel Die hochgetürmte Burg von Rapperswyl.
Zu Häupten mir durch hellre Schleier bricht Das süße Blau, das warme Sonnenlicht;
Und schwerer hangt die Traube schon am Schaft, Sie schwillt und läutert ihren Purpursaft,
Sie fördert ihre Reife früh und spat— Was meinst du, Hutten? Auch die deine naht!