Versos German Dschalal ad-Din ar-Rumi Die Erde ward erleuchtet

German poem

Die Erde ward erleuchtet

by (1207–1273)

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Die Erde ward erleuchtet Von uns'rer Gluthen Strahle; Der Vollmond ward zum Schenken, Die Plejas zum Pocale. Die Reinheit ist mein Glaube, Mein Garten stilles Bangen, Das Weltgericht mein Zechfreund, Und Rosen sind mir Wangen. Wer liebt, weilt mit Entzücken In des Gelages Hallen; Wer klug ist, nützt sich selber, Und nützt zugleich uns Allen. Wen seine Wohnung engte, Wer Feuerdurst gefühlet, Wir führen ihn zur Quelle, Wo unser Herr ihn kühlet. Wem nicht ein Aug' geworden, Unsichtbares zu schauen, Kann man auf dessen Eifer Im Dienst des Meisters bauen? Wohl dir, du trauter Jünger! Du schmolzest bei der Mühe, Und blicktest ab vom Bilde, Dass dir der Sinn erglühe. Wen Sorge quält, den lohnet Sie einst mit reichem Danke; Er trinkt und wird berauschet Von unsers Meisters Tranke. Blickt deines Auges Apfel, O Welt! mit gröss'rer Wonne Auf einen andern Menschen Als Tebris' Wahrheitssonne?