Versos German Eduard Mörike Die Tochter der Heide

German poem

Die Tochter der Heide

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Wasch dich, mein Schwesterchen, wasch dich! Zu Robins Hochzeit gehn wir heut: Er hat die stolze Ruth gefreit. Wir kommen ungebeten; Wir schmausen nicht, wir tanzen nicht, Und nicht mit lachendem Gesicht Komm' ich vor ihn zu treten.

Strähl' dich, mein Schwesterchen, strähl' dich! Wir wollen ihm singen ein Rätsellied, Wir wollen ihm klingen ein böses Lied; Die Ohren sollen ihm gellen. Ich will ihr schenken einen Kranz Von Nesseln und von Dornen ganz: Damit fährt sie zur Höllen!

Schmück dich, mein Schwesterchen, schmück dich! Derweil sie alle sind am Schmaus, Soll rot in Flammen stehn das Haus, Die Gäste schreien und rennen. Zwei sollen sitzen unverwandt, Zwei hat ein Sprüchlein fest gebannt; Zu Kohle müssen sie brennen.

Lustig, mein Schwesterchen, lustig! Das war ein alter Ammensang. Den falschen Rob vergaß ich lang. Er soll mich sehen lachen! Hab' ich doch einen andern Schatz, Der mit mir tanzet auf dem Platz— Sie werden Augen machen!