Versos German Eduard Paulus der Jüngere Ostern

German poem

Ostern

by (1837–1907)

Listen in the reader

Nach des Winters langer Plage Diese lichten Ostertage, Sanftes Grün auf sanften Matten, Weiche Luft und klare Schatten; Traumhaft aus der Erde Kräften Quillt es auf in Lebenssäften, Daß die zarten Knospen glänzen, Die den Lindenbaum bekränzen.

Rauschend über Stein und Wiesen Brünnlein von den Bergen fließen, Und mit stillen Augen schauen Veilchen schon — und leuchtend blauen Dort die schönen kühngezackten Felsgebirge, ihre nackten Stirnen, fast im Himmel droben, Noch vom letzten Schnee umwoben.

Drüben von des Waldes Saume, Auf dem höchsten Eichenbaume, Singt die Drossel ihre Lieder, Und mit neuem Glanze wieder Aus des Himmels kühler Ferne Blicken groß die Abendsterne, Die aus fremden Paradiesen Strahlen auf dir Erde schießen.

Und die lieben Osterglocken Läuten wieder mit Frohlocken Aus dem Thal mit vollen Klängen, Alle Kerkernacht zu sprengen, Dir noch stockt in Menschenherzen — Jedem seine Osterkerzen, Siegend über Tod und Sünden, Flammend wieder anzuzünden.

More by Eduard Paulus der Jüngere

All 2 poems by Eduard Paulus der Jüngere