German poem
Abel
by Else Lasker-Schüler (1869–1945)
Kains Augen sind nicht gottwohlgefällig, Abels Angesicht ist ein goldener Garten, Abels Augen sind Nachtigallen.
Immer singt Abel so hell Zu den Saiten seiner Seele, Aber durch Kains Leib führen die Gräben der Stadt.
Und er wird seinen Bruder erschlagen – Abel, Abel, dein Blut färbt den Himmel tief.
Wo ist Kain, da ich ihn stürmen will: Hast du die Süßvögel erschlagen In deines Bruders Angesicht?