German poem
Dir
by Else Lasker-Schüler (1869–1945)
Drum wein ich, Daß bei deinem Kuß Ich so nichts empfinde Und ins Leere versinken muß. Tausend Abgründe Sind nicht so tief, Wie diese große Leere. Ich sinne im engsten Dunkel der Nacht, Wie ich dirs ganz leise sage, Doch ich habe nicht den Mut. Ich wollte, es käme ein Südenwind, Der dirs herübertrage, Damit es nicht gar voll Kälte kläng Und er dirs warm in die Seele säng Kaum merklich durch dein Blut.