German poem
Sascha
by Else Lasker-Schüler (1869–1945)
Um deine Lippen blüht noch jung Der Trotz dunkelrot,
Aber auf deiner Stirn sind meine Gebete Vom Sturm verwittert.
Daß wir uns im Leben Nie küssen sollten …
Nun bist du der Engel, Der auf meinem Grab steht.
Das Atmen der Erde bewegt Meinen Leib wie lebendig.
Mein Herz scheint hell Vom Rosenblut der Hecken.
Aber ich bin tot, Sascha, Und das Lächeln liegt abgepflückt Nur noch kurz auf meinem Gesicht.