Versos German Emanuel Geibel Die du die Burg dort oben bewohnst, blauäugige Pallas

German poem

Die du die Burg dort oben bewohnst, blauäugige Pallas

by (1815–1884)

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Die du die Burg dort oben bewohnst, blauäugige Pallas, Schau mit segnendem Blick auch auf den Sänger herab! Zwar mir zeigte sich Eros geneigt, und der rosige Bakchos Blickt' aus dem Efeukranz schalkhaft verlockend mich an! Doch du, Göttin, verleih zu dem Süßen das Maß und die Weisheit, Gib mir das stille Gemüt, recht zu genießen, dabei. Liebt auch die Jugend den feurigen Rausch und den Taumel der Wonne, Ach, wie teuer erkauft oft sich die flüchtige Lust! Doch wenn du die Begier mit lächelndem Ernste besänftigst, Wie mit frommer Musik Orpheus den Löwen gezähmt, Nimmer entheiligt das Mahl alsdann der vergossene Becher, Nimmer betroffenen Blicks glühen die Mädchen vor Scham, Sondern es wandelt im Kreis mit Blumen umwunden die Zither, Und um das freundliche Fest schlingt sich der Grazien Tanz. Dann erst wird der Genuß zum Genuß, und die Blüte der Freude Treibt als schwellende Frucht manches begeisterte Lied.